Veranstaltung
25.02.2026, 19:00 Rotes Rathaus, Rathausstraße 15, 10178 Berlin

Berliner Literaturpreis 2026 an Matthias Nawrat

Feierliche Preisverleihung

In Anerkennung seines herausragenden literarischen Schaffens verleiht die Stiftung Preußische Seehandlung den mit insgesamt 30.000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis 2026 an den Schriftsteller Matthias Nawrat. Die Verleihung durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, findet am 25.02.2026 um 19 Uhr im Festsaal des Roten Rathauses statt. Die Laudatio auf den Preisträger hält Juliane Liebert.

Matthias Nawrat wird außerdem durch Prof. Dr. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität, auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, berufen, die mit dem Berliner Literaturpreis verbunden ist.

Hier können Sie die Jurybegründung nachlesen.

Foto: Matthias Nawrat © Alena Schmick

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Wenn Sie auf die Warteliste gesetzt werden möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an post@stiftung-seehandlung.de und wir melden uns bei Ihnen, sollte ein Platz frei werden.

»In der Stadt Berlin öffnen sich die Tore zu verschiedenen Mikrokosmen unserer globalisierten Gegenwart. In ihr begegnen sich außerdem täglich die Gegenwart und Geschichte des europäischen Westens und Ostens. Berlin trägt nicht nur die Spuren der Gewalt des 20. Jahrhunderts, es stellt auch einen Raum für ein globales Gedächtnis der Künste und Denktraditionen dar. Dass ich für meine literarische Arbeit den Literaturpreis dieser Stadt, die seit vierzehn Jahren mein Zuhause ist und seit dem Fall der Mauer zu einem Symbol der Hoffnung für eine einst geteilte Welt wurde, zugesprochen bekomme, ist für mich eine große Ehre.«

Matthias Nawrat, Preisträger 2026 1/4

»Matthias Nawrat setzt sich mit den menschenverachtenden Diktaturen des Nationalsozialismus und des Kommunismus auseinander. Seit vielen Jahren bereichert er die Literaturstadt Berlin, die für viele Künstlerinnen und Künstler die Drehscheibe zwischen Ost und West schlechthin ist. Nawrat gehört aber auch deshalb in unsere Stadt, weil er eine ausgeprägt europäische Perspektive hat. Er ermahnt uns, dass gerade auch die Nationen Osteuropas unseren Kontinent ausmachen. Ich danke der Jury für ihre Entscheidung und freue mich darauf, Matthias Nawrat den Berliner Literaturpreis zu überreichen.«

Kai Wegner, Ratsvorsitzender und Regierender Bürgermeister von Berlin 2/4

»Es ist uns Ehre und Freude, Matthias Nawrat im Sommersemester als Gastprofessor für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität begrüßen zu dürfen. Berlin ist Drehscheibe zwischen Ost- und Westeuropa – auch bei uns werden diese Schnittstellen in unterschiedlichen Disziplinen, Formaten und Denkrichtungen studiert und erforscht. Matthias Nawrat wird diese Arbeit in besonderer Weise bereichern. Die Herkunft des Autors liegt im polnischen Opole und im bayerischen Bamberg, Berlin ist seit vielen Jahren sein Lebensmittelpunkt. Seine Bücher führen nach Osten und nach Westen, etwa von Krakau nach Venedig, nach Skopje und Minsk, in den Schwarzwald und in die USA. Sie spüren das Vergangene im Gegenwärtigem auf und zeigen die Abgründe der jüngeren Geschichte mit den Mitteln poetischer Sprache. Wir sind sehr gespannt auf Matthias Nawrats öffentliche Antrittsvorlesung und sein Seminar an der Freien Universität.«

Prof. Dr. Günter M. Ziegler, Präsident Freie Universität 3/4

»In einer Zeit, in der das uns vertraute, seit Ende des Zweiten Weltkriegs allmählich entstandene politische Ordnungssystem an sein Ende zu kommen scheint, gewinnen Fragen nach historischen Zusammenhängen und persönlichem Herkommen an Aktualität und werden zur Orientierungshilfe in der Gegenwart. Mit Matthias Nawrat ehrt die Stiftung Preußische Seehandlung einen Autor, der vor dem Hintergrund der kulturellen Vielfalt Europas die Abgründe ihrer Geschichte nicht ausblendet und in seinen Essays und Romanen die Verletzbarkeit der Gesellschaft und ihre Gefährdung, auch durch sprachliche Indoktrination, beschreibt.«

Dr. Hans Gerhard Hannesen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Preußische Seehandlung 4/4