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Literatur

Rückblick: Berliner Literaturpreis an Monika Rinck

Veröffentlicht am 26 Juni 2024

Der Berliner Literaturpreis 2021 wurde am 09.02.2021 durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, an die Lyrikerin Monika Rinck verliehen. Der mit 30.000 Euro dotierte Berliner Literaturpreis zeichnet Autor_innen aus, die mit ihrem literarischen Werk einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. Der Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Günter M. Ziegler, nahm die Berufung der Presiträgerin auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik der Stiftung Preußische Seehandlung am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin im Sommersemester 2021 vor. Die Laudatio hielt die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Angelika Meier.

In der Jurybegründung heißt es: „Mit Monika Rinck zeichnet die Preisjury eine Dichterin aus, deren Werk durch Lust am Klang und gedankliche Präzision besticht. (…) Für die Preisträgerin sind Gedichte ,Wirksame Fiktionen' – mit ihnen eröffnet sie, als Virtuosin des poetischen Bewusstseins, ihren Leserinnen und Lesern neue Wirklichkeiten.“ Der Jury des Berliner Literaturpreises 2021 gehören Prof. Dr. Claudia Albert, Prof. Dr. Michael Gamper, Dr. Jutta Person, Stephan Wetzel und Ernest Wichner an.

Angelika Meier schreibt in ihrer Laudatio: „(…) Sie fährt mit winzigen Klingen an den Nähten der Worte entlang, trennt die gegebenen Verbindungen der Worte auf, erkennt in den Hinterzimmern des Sprachgebrauchs andere Stimmen, andere Verbindungen, und näht die Worte in freieren, instabilen Verbindungen neu zusammen. Im Sich-frei-Schreiben die Sprache selbst sprechen lassen, vor und nach ihrer Mortifikation durch ihre Durchkonventionalisierung. So wird der Krisenfall des Sprachgebrauchs zum Vorraum der Bedeutung, der jetzigen wie auch zukünftiger, möglicher Bedeutung. (…)“

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Fotos: Stiftung Preußische Seehandlung

BEGRÜNDUNG DER JURY

Mit Monika Rinck zeichnet die Preisjury eine Dichterin aus, deren Werk durch Lust am Klang und gedankliche Präzision besticht. Ihre Gedichte, Essays und Streitschriften erforschen Poesie als Erkenntnisform und bieten analytischer Eleganz und Sprachwitz gleichermaßen eine Bühne. Dabei geht es auch um Weltliches und Wirkliches, um ganz alltägliche Dinge wie Ansprechen, Schwimmen, Schlafen, Verkörpern, Sammeln, so die Kapitel ihres Lesebuches „Champagner für die Pferde“ – und zugleich um eine so kenntnisreiche wie anarchische Suche nach offenen Räumen. In ihren Texten reist Monika Rinck durch den literarischen Echoraum, in Lyrikbänden wie „Honigprotokolle“ oder „Alle Türen“ erzeugen Wörter, Buchstaben, Binnenreime und Assoziationsketten eine halluzinatorische Kraft. Für die Preisträgerin sind Gedichte „Wirksame Fiktionen“ – mit ihnen eröffnet sie, als Virtuosin des poetischen Bewusstseins, ihren Leserinnen und Lesern neue Wirklichkeiten.

Die Jury: Prof. Dr. Claudia Albert, Prof. Dr. Michael Gamper, Dr. Jutta Person, Stephan Wetzel, Ernest Wichner

Berlin, im November 2020