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Literatur

Rückblick: Berliner Literaturpreis an Feridan Zaimoglu

Veröffentlicht am 1 Juli 2024

Am 17. Februar 2016 wurde der Berliner Literaturpreis vom Regierenden Bürgermeister und Vorsitzenden des Rates der Stiftung Preußische Seehandlung, Michael Müller, an den Schriftsteller Feridan Zaimoglu verliehen. Der Preisträger wurde außerdem durch den Präsident der Freien Universität, Univ.-Prof. Dr. Peter-André Alt, auf die Heiner-Müller-Gastprofessur berufen. Die Laudatio auf den Preisträger hielt der Publizist und Journalist Jens Jessen.

Foto © gezett

BEGRÜNDUNG DER JURY

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu erhält den Berliner Literaturpreis 2016 für sein sprachgewaltiges erzählerisches und dramatisches Werk. Zaimoglu wurde 1964 im türkischen Bolu geboren und lebt seit 50 Jahren in Deutschland. In seinem Debüt „Kanak Sprak“ (1995) fand und erfand er eine Sprache für „Mißtöne vom Rande der Gesellschaft“. Abseitsstehende und Ausgegrenzte werden in seinen Werken zu zentralen Figuren und zu Akteuren. Vielstimmig gestaltet er die Erfahrungen von Einwanderern und Migrantinnen („Leyla“, 2006). Er hat rund ein Dutzend Theaterstücke geschrieben und Shakespeares berühmteste Dramen in eine drastisch-gegenwärtige Sprache übersetzt. Zaimoglu gebietet über das gesamte Repertoire der deutschen Literatur, erzählt anschaulich und burlesk, originell und anspielungsreich, plastisch und unromantisch zugleich. Sein jüngster Roman, die west-östliche Familiensaga „Siebentürmeviertel“ (2015), bettet die Geschichte deutscher Emigranten der dreißiger Jahre in ein Gesellschaftspanorama der frühen Türkei ein, changierend zwischen Pathos und Ironie, Schmerz und Schönheit.

Die Jury: Prof. Dr. Peter-André Alt, Sonja Anders, Dr. Jens Bisky, Dr. Ina Hartwig, Dr. Thomas Wohlfahrt

Berlin, im September 2015